Erkenntnisse - Verfahren - Anwendung

Psychologie

Das tiefenpsychologisch-orientierte Verfahren der H.I.T.T. ® [1] ...

Symbol Hypnose

In Hypnose ist es möglich, auch längst Vergessenes bzw. Verdrängtes wieder bewusst werden zu lassen. Defizite der seelischen Entwicklung lassen sich so z. B. mit den besonderen Methoden der H.I.T.T.® auffüllen, ohne dass dabei die Lebensgeschichte "verändert" wird. Die urspründlichen Wesensanteile und die hinter ihnen stehenden Kräfte werden bewusst erkannt und für ihre eigentliche Bestimmung befreit.

Die besondere Effizienz dieses Therapieverfahrens beruht nicht zuletzt darauf, dass die frühe Kindheit nach heutigem Wissenstand weitgehend im Bewusstseinszustand der Hypnose verläuft (biologisch verständlich, weil im Bewusstseinszustand der Hypnose die Lern- und Merkfähigkeit des Kindes wesentlich erhöht ist), so dass es analytisch-therapeutisch oft darum geht, die frühkindlichen hypnotischen Suggestionen auf der gleichen Gehirnebene "aufzulösen", in der sie seinerzeit eingeprägt wurde. Eine rationale Therapie, die sich vornehmlich an das Bewusstsein der linken Großhirnhemisphäre richtet, kann dies nicht in dieser Weise leisten.

[1] Die Hypno-Integrative Tiefenpsychologische Therapie (H.I.T.T.®) wurde von Werrner J. Meinhold entwickelt. Sie ist ein Therapieverfahren, das konsequent die Möglichkeiten eines integrativen Hypnosebewusstseins erkennt und Konfliktursachen aufarbeitet und so zur Ausbildung der ursprünglichen, selbstbestimmten und freien Individualität des betroffenen Menschen beiträgt.

Einige Begriffe:

Hypnose ...

Hypnose ist entwicklungsgeschichtlich der älteste Bewusstseinszustand des Menschen, der in den entsprechenden Gehirnbereichen ständig aktiv bleibt und lebenswichtige Aufgaben erfüllt. Er ist sehr viel älter als der Schlaf und das rationale "Wachbewusstsein" und vermischt sich ständig mit diesen beiden jüngeren Bewusstseinszuständen.

Therapeutische Hypnose ...

In der therapeutischen Hypnose bleiben sowohl der freie Wille, das Bewusstsein als auch die Erinnerung an das erhalten, was während der Hypnose an Eindrücken und Botschaften aus tieferen Bewusstseinsebenen auftaucht und unter Mithilfe des Hypnostherapeuten analytisch bearbeitet wird.

Frühkindliche Entwicklungsphasen ...

werden als prägend für die Entwicklung eines Menschen angesehen. Neben den durch Sigmund Freud unterschiedenen Phasen lassen sich weitere ähnliche Unterteilungen anführen, teilweise auch anders benennen [vgl. u. a. W. J. Meinhold: Das große Handbuch der Hypnose, Ariston Verlag, S. 302 ff.]:

Entwicklungsphasen nach W. J. Meinhold
Abb.: pk

Beispiele zu frühkindlichen Prägungen ...

Symbiotische Phase = z. B. Herausbildung eines Grundvertrauens (negativ: Grundängste); Grund-Geborgenheit (negativ: Unfreiheit / Rückzug); Grund-Akzeptanz (negativ: Schuld- und Unwertgefühle)

Geburt = erster Vorgang der Befreiung und der eigenen Verantwortlichkeit (Abnabelung) - (negativ: z. B. bei Komplikationen während der Geburt, Ängste der Enge)

Orale Phase = sinnliches Erleben (befriedigendes Erleben aller in dieser Phase wichtigen Sinne) - negativ: z. B. kann mangelnde Zuwendung zu einer mangelnden Genussfähigkeit führen bzw. aus dem Mangel ein Versuch der Kompensation herausgebildet werden (z. B. Trinksucht, Rauchsucht)

Erste-Reifungs-Phase = Zeit der Be-Sinnung und erste ICH-Bildung; verstärkte Entwicklung der Individualität - negativ: z. B. psychische oder körperlich Bestrafung hemmt die eigene Reifung (z. B. Angst vor dem eigenen ICH)

Anmerkung: Bis gegen Ende der vorstehenden Entwicklungsphasen befindet sich das Kind in einer relativ tiefen natürlichen Hypnose. Alle Prägungen wirken daher wie Suggestionen in einer tiefen Hypnose [1].

[1] vgl. Werner J. Meinhold, Großes Handbuch der Hypnose, Ariston Verlag, München, 2006, S. 304 f.

Anale Phase = die überwiegende ICH-Einheit mit der Mutter wird etwas aufgelöst zugunsten des Erlebens von Subjekt und Objekt (ICH- und Außenwelt, Behalten und Loslassen, Geben und Nehmen usw.) - negativ: z. B. übertriebene Reinheit, mangelnde Anerkennung einer (Ausscheidungs-) Leistung, später: zwanghaftes Machtstreben.

Genitale Phase = natürliche Entdeckung der Geschlechtlichkeit und nichtsexueller Liebesbeziehung gegenüber dem gegengeschlechtlichen Elternteil - negativ: z. B. Ödipuskonflikt, Lustfeindlichkeit, aber auch Lustübertreibung, Beziehungsangst, später: Übertragung der Mutter- oder Vaterrolle auf die Partnerin/den Partner.

Individuation = Selbstwerdungsphase; erste Vorbild-Ablöseschritte (z. B. zu Gunsten von Lehrer, Freunde usw.) - negativ: Verzögerung bzw. Verfestigung der Entwicklungsschritte; auch aus den Vor-Phasen mit veranlasst.

Adoleszenz (Ablösephase) = Entwicklung einer eigenverantwortlichen Weltsicht - negativ: bleibende Suche nach der Verantwortlichkeit anderer (z. B. Elternhaus, Schule, staatliche Organisationen); "Hotel Mama".

Anmerkung: Die zu jeder Phase angeführten Entwicklungsschritte bzw. Prägungen stellen eine sehr vereinfachte Charakterisierung dar. Darüber hinaus wirken sich Defizite aus vorherigen Phasen aus, d. h. erzeugen u. U. ein komlexeres, sich mehrfach überlagerndes Erscheinungsbild.

 

Hintergründe ...

Werner J. Meinhold ist Autor mehrerer Bücher (u. a. des großen Handbuchs der Hypnose):

W. J. Meinhold
Bild: GTH

"Die tiefenpsychologische lebensgeschichtliche Analyse in Hypnose (LAH) führt 'rückwärts' durch die Lebensgeschichte, um die meist in der frühesten Kindheit beginnende Entstehungsgeschichte seelischer und psychosomatischer Krankheitsbilder aufzudecken und aufzuarbeiten ..."
[W. J. Meinhold: www.d-gth.de zum Thema 'Therapie H.I.T.T.®']