Erkenntnisse - Verfahren - Anwendung

Psychologie

Bewusstes und unbewusstes Handeln ...

Sigmund Freud stellt nach seinen Erkenntnissen fest, dass beim Mensch neben dem Bewussten auch ein Unbewusstes existiert. Er entwickelte eine Theorie, nach der er seine Patienten behandeln konnte (Psychoanalyse).

Methoden, Bedeutung und Funktionen des Unbewussten nach gängigen wissenschaftlichem Instrumentarium zu untersuchen und zu beschreiben, sind schwierig. Dennoch hat die Bedeutung der Psychonanalyse weltweit Anerkennung und Akzeptanz gefunden.

Zahlreiche menschliche Äußerungen, Handlungen und Entscheidungen lassen sich eben nicht allein mit dem Verstand (der 'ratio') begründen. Anerkannt und unübersehbar wirken ständig Faktoren aus dem Unbewussten mit. Ersatzweise wird dies dann gerne als "irrationales Handeln" abgewertet, mit "Argumenten" wie "Bauchgefühl", "Instinkt", "Spontaneität" o. ä. gerechtfertigt oder mit ungeeigneten bzw. unzutreffenden anderen Erklärungen überdeckt.

Die Psychoanalyse ...

Freud wies auf die Bedeutung des Unbewussten hin, das bereits durch Erfahrungen aus dem Kindesalter geprägt wurde. Das Unbewusste und die darin verankerten Prägungen führen in bestimmten Fällen zu beobachtbaren Wirkungen oder sogar Erkrankungen. Letztere finden ihre wissenschaftliche Bestätigung z. B. als sogenannte "Psychosomatische Erkrankungen". Unbewiesen bzw. müßig erscheint auch der Versuch einer Unterscheidung in Richtung erblicher (genetischer) Vorbestimmungen.

Dazu lohnt ein Blick auf die Existenzphilosophie im 17. Jahrhundert, nach der die menschliche Existenz ebenso als Sinnestäuschung gesehen werden konnte, sich also alles auf eine Einbildung bezog. Die Äußerung des französischen Philosophen René Descartes ("Ich denke, also bin ich") sollte damals den Beweis der realen menschlichen Existenz erbringen.

Diese Frage lässt sich aktuell auch in Bezug auf die Vieldeutigkeit bzw. Vielschichtigkeit der Persönlichkeit - der Existenz des Ichs - diskutieren (vgl. dazu auch Sigmund Freud, Instanzenmodell der Psyche):

Ich denke - also bin ich?
Abb.: pk

Die Antwort auf die tiefer führende Frage - "Wer bin ich?" oder "Wie sehen mich andere?" erfordert ggf. eine weitergehende Betrachtung (Analyse).

Eine allgemeingültige Methode zur Ergründung, z. B. eine bestimmte Behandlung (Therapie) zu empfehlen, lässt sich nicht anführen. Eine Therapie erscheint jedoch dann erforderlich, wenn sich belastende oder sogar krankhafte Symptome zeigen. Aber auch der erkenntnisgeleitete Wunsch nach Feststellung und ggf. Aufarbeitung eigener Prägungen kann sich einstellen (Selbsterkenntnis).

Weitere Ansätze und Lehrmeinungen zur Psychologie des Menschen (Psychologische Schulen):

 

 

Hintergründe ...

Sigmund Freud, Begründer der Psychoanalyse hat das Bild vom Menschen des 20.Jahrhunderts geprägt:

S_Freud
Bild: AFP

Begriffe wie Libido, Ödipuskomplex, Verdrängung, das Ich, das Es und das Über-Ich oder das Lustprinzip gehören längst zum allgemeinen Sprachgebrauch. Er starb am 23. September 1939 im Londoner Exil.