Didaktische Analyse - Lernstoff

Durch die modellmäßige Nachahmung der betrieblichen Wirklichkeit wird der zu vermittelnde Stoff also nach funktionalen Gesichtspunkten bestimmt und gegliedert. Inhalte aus sämtlichen kaufmännischen Fächern sind angesprochen. Dabei löst sich das Problem der Stoffauswahl auch entsprechend den Erfordernissen der Aufbau- und Ablauforganisation eines Betriebes.

Der zu bemessende Stoffumfang ergibt sich auch aus der zur Verfügung stehenden Handlungszeit und der Aufnahmekapazität der Schüler.

Fragen zur Stoffauswahl:

  1. Welche erkenntnisleitenden wissenschaftlichen Interessen liegen vor?
    Rechtspfeil Lernziele
  2. Wie kann der Informations- und Erfahrungshorizont, das Begabtenniveau sowie die Interessenlage der Schüler berücksichtigt werden?
    Rechtspfeil Schülergemäßheit
  3. Werden verschiedene Lernebenen (Lernzielstufen) adäquat den Bedingungsfeldern (Schüler, Stoff) berücksichtigt? Lassen sich psychomotorische Dimensionen sinnvoll einbauen?
    Rechtspfeil Lernziele
  4. Wie steht es um die fachwissenschaftliche Einschätzung des Lernstoffes? (Richtigkeit, Aktualität)
    Rechtspfeil fachwissenschaftliche Relevanz
  5. Welcher Bezug zur beruflichen wie gesellschaftlichen Wirklichkeit und Zukunft lässt sich aus den Inhalten ableiten, der dem Adressatenkreis gerecht wird?
    Rechtspfeil Realitäts- und Zukunftsbezug

Überlegungen zur Stoffstrukturierung:

  1. Welche begründeten Verknüpfungen lassen sich mit der oder den Vorstunde(n) herstellen?
    Lassen sich Stoffstrukturen für Folgestunden aufzeigen (einschließlich didaktischer Mikrostrukturen)?

    Rechtspfeil Sachzusammenhang (makrostrukturelle Sicht) - Hilfsmittel: Strukturanalyse
  2. Lässt sich ein sachlogischer bzw. fachwissenschaftlicher Aufbau feststellen, der die Abfolge der Stoffquanten bestimmt?
    Andernfalls: Kann vom einem genetisch bedingten Stoffaufbau ausgegangen werden?
    Oder: Sind die Aneignungsstufen durch Strategien bestimmt? (z. B. Entscheidungsorientierter Ansatz)
    Oder: Treten lernpsychologisch begründete Anordnungskriterien in den Vordergrund? (sogenannte methodische Elementarfunktionen wie "Vom Einfachen zum Komplexen", "Vom Gegenständlichen zum Abstrakten", "Vom kleineren Lernschritt zur größeren Einheit" usw.) - adäquat der Thematik und den Bedingungsfeldern
    Rechtspfeil Stoffanordnung der Unterrichtsstunde (mikrostrukturelle Sicht)
  3. Werden mit den Unterrichtseinheiten Inhalte angesprochen, die aus anderen fachwissenschaftlichen Bereichen stammen?
    Rechtspfeil Verflechtungsgrad mit Nachbardisziplinen
  4. Welchem Abstraktionsgrad sind die anzusprechenden Inhalte zuzuordnen?
    Wie ist es um den Grad der Darstellbarkeit bestellt?
    Welchen inhaltlichen Veränderungen unterliegen die einzelnen Stoffelemente? Welcher Problemgehalt wohnt den dargebotenen Inhalten inne? Werden dadurch ausreichend Schüleraktivitäten ausgelöst?
    Rechtspfeil Abstraktionsgrad - Grad der Darstellbarkeit - stoffliche Dynamik - Aufforderungscharakter


Hintergründe ...

Lernbüroarbeit (Bürosimulation) soll in ihren Inhalten und Strukuren nicht ein bloßes Abbild betrieblicher Praxis darstellen. Komplexe Abläufe, wie sie in der Betrieben und Behörden real stattfinden, müssen didaktisch auf elementare Strukturen reduziert und unterrichtsmethodisch ausgerichtet werden.

Praxisbezug ist also nicht automatisch mit Optimierung aus technischer bzw. kostenmäßiger Sicht gleich zu setzen, wie sie sich in der realen Betriebwelt findet.